Ausstellung

»Nano- und Biotechnologie«

 

Die faszinierende Welt des Nanokosmos ist Thema der neuen Dauerausstellung im Deutschen Museum München. Von Beginn an, war es ein wichtiges Ziel der Kuratoren, nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken der Nano- und Biotechnologie aufzuzeigen. Der Gestaltung von meinungsbildenden Medien­installationen wurde deshalb eine zentrale Rolle eingeräumt. Für die Ausstellung entstanden die Medieninstallationen »Gentest«, »Nanovisionen« und die auf reine Sachinformation ausgerichteten Stationen »3d-Molekül« und »Wie entsteht ein Medikament«.

DIE STATION »NANOVISIONEN«

Wäre es nicht toll, wenn allgemein verbreitete Zukunftsvisionen wie »Unsterblichkeit«, »Perfektes Recycling« oder »Saubere Energie« Realität werden könnten? Die Besucher können dies erforschen, indem sie das Nano-Orakel befragen. Doch Vorsicht, jeder Wunsch hat zwei Seiten: eine schön- und eine schwarz-malerische. Zu jeder Zukunftsvision können jeweils zwei einminütige Animationsfilme angesehen werden, die sich mittels zweifarbiger Karten starten lassen. Soll die positive, schönmalerische Vision gezeigt, so muss z.B. die weiße Seite der »Wunschkarte« auf den Kartenscanner aufgelegt werden. Der gewünschte Film wird an die gegenüberliegende Wand projiziert. Gefällt den Besuchern trotz negativer Nebenerscheinungen eine dieser Visionen, können sie die dazu­gehörige Karte in den Wunschbrunnen werfen und hoffen, dass der Wunsch in Erfüllung geht … oder auch nicht, denn wer weiß, welches Orakel Recht hat … Wird das Nanoorakel grade von keinem Besucher »befragt«, so zeigt die Projektion an der Wand die »Wünsche«-Statistik der Ausstellungsbesucher, die seit der Eröffnung 2009 fortlaufend erhoben wird.

DIE STATION »GENTEST«

Bei dem Thema »Gentest am Menschen« ist eine narrative, persönliche Vermittlungsebene besonders wichtig. Daher entstanden dreidimensional bespielte »Talking Heads«. Jeder dieser Köpfe symbolisiert eine Person, die aus einer sehr persönlichen Sicht die Durchführung eines Gentests für notwendig hält. Die Besucher werden am Schluss dieser Erzählung jeweils aufgefordert, ihre eigene Meinung zu diesem Entschluss auf dem Touchscreen einzugeben. Um ein umfassenderes Bild zu ermöglichen, bietet diese Station noch weiterführende Informationen zur Gesetzeslage, ethischen Betrachtungen und Fakten rund um diese fiktiven »Schicksale«. Die Abstimmungsstatistik aller Ausstellungsbesucher ist nach dem Abstimmen einsehbar.

DIE STATION »WIE EIN MEDIKAMENT ENTSTEHT«

Diese Medienstation erklärt am Beispiel der Biotech-Firma AMGEN die Entwicklungsschritte, die ein Medikament von der Idee bis zur Zulassung und Vermarktung durchläuft. Themen wie »Forschung & Entwicklung« spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Missbrauch und Doping. In vielen anschaulichen Filmen und Interviews werden die komplexen, kostspieligen und auch langwierigen Prozesse erläutert. Diese Station wird regelmäßig aktualisiert, damit die präsentierten Inhalte stets auf einem aktuellen Stand sind.

PROJEKT-DETAILS

 

PROJEKTLEITUNG: Charlotte Kaiser, Katharina Matthies

KONZEPTION: Charlotte Kaiser, Katharina Matthies

SCREENDESIGN: Charlotte Kaiser, Katharina Matthies

PROGRAMMIERUNG: Gregor Blahak

ILLUSTRATION NANOORAKEL: Trickfilmlounge

ANIMATION NANOORAKEL: Trickfilmlounge

ILLUSTRATION: Barbara Mayer 

FILMSCHNITT: Katharina Matthies, Anna Jontza

FERTIGSTELLUNG: November 2009

AUFTRAGNEHMER: Studio Kaiser Matthies

AUFTRAGGEBER: Deutsches Museum München