Sonderausstellung »Deutschland 1945 – die letzten Kriegsmonate«


70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert die Sonderausstellung der
»Stiftung Topographie des Terrors« an die letzten Kriegsmonate in Deutschland – als erste Position in Berlin. In Form einer sich im Verlauf verdunkelnden Spirale zeichnet sie die Ereignisse von Januar bis Mai 1945 nach. 

Im Zentrum der Spirale steht die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation am 8./9. Mai 1945, deren Schlüsselposition durch die dunkle Farbgebung und verspringende Tafeln unterstrichen wird. Sie markiert das Ende des Krieges, in dem Millionen Menschen ihr Leben verloren hatten und weite Teile Europas in Trümmern lagen.

Jedes Thema wird mit einem Gegensatzpaar oder drei Tafeln aus unterschiedlichen Perspektiven durchdrungen und übliche Sichtweisen in Frage gestellt. Die Detailtiefe wird ergänzt durch Großbilder, die einerseits die Dimension von Kriegs-
zerstörung und -verwüstung gegenwärtig werden lassen und zum anderen Themen in ikonographischen Darstellun gen bündeln. Zudem wird die Schau durch eine Guckiewand mit Bildern von Städten vor und nach der Bombardierung durch die Alliierten und Hörstationen zu zentralen Themen, wie der bedingungs losen Kapitulation, untermauert.

Eine materialreiche Medienstation schildert die Übergangszeit bis 1948 und mündet in die Darstellung der Rezeption des Krieges von 1948 bis heute im deutschen Film.

Die Bevölkerung befand sich in diesen chaotischen letzten Monaten zerrissen zwischen Zerstörung und Terror, Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst. Das

gängige Bild, der bis zum Ende fanatisch kämpfenden Deutschen, wird durch die Darstellung einzelner Handlungsweisen ergänzt: Städte wurden nicht nur

bis zum Ende verteidigt, sie wurden auch kampflos übergeben. Es gab Menschen, die sich bis zum Ende an der Verfolgung anderer beteiligten und solche, die ihnen halfen.

 

Der Katalog zur Ausstellung ist ebenfalls bei uns im Haus entstanden.

PROJEKT-DETAILS

PROJEKTLEITUNG: Julia Schnegg
GESTALTUNGSKONZEPT: Matthies & Schnegg
ARCHITEKTUR: Julia Schnegg, Lennart Günther
GRAFIK: Julia Schnegg, Golnar Mehboubi Nejati
MEDIEN: Katharina Matthies
PROGRAMMIERUNG: Graphscape
LITHOGRAFIE: Claudia Wolf
FOTOS: Marion Lammersen
FLÄCHE: 200 qm
FERTIGSTELLUNG: Dezember 2014
LAUFZEIT: 09. Dezember 2014 – 25. Oktober 2015
AUFTRAGGEBER: Stiftung Topographie des Terrors